|, Blog, Research, Tax & Consulting|Die (fondsgebundene) Basisrente – wie sie funktioniert und warum sie die ideale Altersvorsorge ist!

Die (fondsgebundene) Basisrente – wie sie funktioniert und warum sie die ideale Altersvorsorge ist!

Die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, wurde ursprünglich als geförderte Altersvorsorgeform für Selbstständige konzipiert, da die anderen staatlich geförderten Vorsorgeformen wie die Riester-Rente und die betriebliche Altersversorgung (bAV) für diese Berufsgruppen nicht möglich sind. Sie ist ein ideales Instrument für die Altersvorsorge von gut verdienenden Arbeitnehmern, Frauen und der Generation 50plus.

Die Vorteile der (fondsgebundenen) Basisrente gegenüber einer anderen staatlich geförderten Altersvorsorge im Überblick:

  • Zum einen ist ein wesentlich höheres gefördertes Volumen pro Jahr von 24.305 Euro (ledig) bzw. 48.610 Euro (verheiratet) möglich – dies ist für Gutverdiener, die auch einen höheren Steuersatz haben und für die Generation 50plus, die wenig Zeit bis zum Rentenbeginn haben und entsprechend hohe Beiträge leisten wollen, wichtig und
  • zum zweiten kann bei der Basisrente auf die Bruttobeitragsgarantie verzichtet werden. Dies erhöht die Chancen auf eine höhere Rendite und Rente noch einmal deutlich.
  • Zum dritten kann die Basisrente von jedem abgeschlossen werden, d.h. das Fördervolumen kann familienintern verteilt werden (insbesondere auch an die Ehefrau).

Wie sich diese Vorteile im Detail ergeben, wird im folgenden Beitrag erklärt.

Funktionsweise
Die staatliche Förderung bei der Basisrente ist denkbar einfach konzipiert. Beiträge können steuerlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden und wirken steuermindernd. Hierzu folgendes Beispiel zur Steuerersparnis:

Waren Beiträge in die Basisrente im Jahr 2005 nur zu 60 % als Sonderausgabe steuerlich absetzbar, sind es im Jahr 2019 bereits 88 %. Dieser Prozentsatz steigt jährlich um 2 Prozentpunkte auf 100 % bis zum Jahr 2025 an. Und dies für Beiträge bis zu einem Höchstbetrag (steigt jährlich) von aktuell 24.305 Euro (Verheiratete: 48.610 Euro).

Investiert man im Jahr 2019 10.000 Euro in eine Basisrente, so sind davon 8.800 Euro steuerlich absetzbar. Beim aktuellen Spitzensteuersatz erhält man ca. 4.100 Euro als Steuerersparnis zurück (inkl. Soli und KiSt) – dieser Betrag erhöht sich jährlich bis auf etwa 4.600 Euro im Jahr 2025.

Anteil der steuerlich absetzbaren Beiträge und besteuerungspflichtigen Renten

Im Gegenzug wird die Rente bei Bezug besteuert. Bei Renteneintritt z.B. im Jahr 2025 beträgt der Besteuerungsanteil 85 %, d.h. es bleibt der absolute Betrag, der sich aus den 15 % der Rentenleistung des Jahres nach Rentenbeginn ergibt, dauerhaft auch in den Folgejahren steuerfrei. Der steuerpflichtige Teil ist mit dem individuellen Steuersatz zu veranlagen. Da in der Rentenphase in der Regel der persönliche Steuersatz zusätzlich noch deutlich niedriger ist als in der Ansparphase, ist dies ein gutes Geschäft.

Auch die oftmals genannten Kritikpunkte an der Basisrente relativieren sich bei genauerer Betrachtung:

Die Basisrente ist als lebenslange Leibrente konzipiert, die bis zum Lebensende Renten auszahlt, auch wenn längst kein Kapital mehr vorhanden wäre. Eine Möglichkeit der Kapitalauszahlung oder einer Vertragskündigung besteht jedoch nicht. Basisrentenverträge können nur beitragsfrei gestellt werden. Bei vielen Menschen – insbesondere bei Selbstständigen – ist dies aber eher als Vorteil zu sehen, da sie oftmals dazu neigen, die angesparte Altersvorsorge für anderweitige Zwecke zu verwenden.

Weiterhin wurde die Basisrente bei der Vererbbarkeit an die gesetzliche Rente angelehnt. Kindergeldberechtigte Kinder und Ehepartner erhalten nicht das vorhandene Kapital als Einmalbetrag ausgezahlt. Das Kapital ist jedoch nicht weg, sondern wird als Leibrente lebenslänglich geleistet. Marktstandard ist aktuell hierbei die Verrentung des (Rest-)Kapitals im Todesfall als Leibrente für den hinterbliebenen Ehepartner. In manchen Fällen geschieht dies auch in Form einer Rentengarantiezeit. Bei Ledigen kommt das vorhandene Kapital im Todesfall dem gesamten Versichertenkollektiv zugute – vorteilhaft für diejenigen, die länger leben.

Die fondsgebundene Basisrente
Die Basisrente überzeugt mit einem weiteren Vorteil. Sie kann auch in Form einer fondsgebundenen Rentenversicherung oder als Fondssparplan abgeschlossen werden. Bei klassischen (Basis-)Rentenversicherungen ist im bestehenden Niedrigzinsumfeld lediglich mit einer Gesamtverzinsung um die 3 % zu rechnen. Bei einer fondsgebundenen Basisrente kann jedoch die Kombination der hohen steuerlichen Absetzbarkeit mit der Investition in die Kapitalmärkte ansehnliche Renditen auch im aktuellen Niedrigzinsumfeld bringen.

Nutzt man die fondsgebundene Variante der Basisrente, so könnten die Wertpapierkurse im vorangegangenen Beispiel zur Steuerersparnis weiter oben um ca. 30 % fallen (nach Kosten), bis man das eingesetzte Eigenkapital erreicht – ein ordentlicher Puffer!

Die fondsgebundene Basisrente hat zudem gegenüber der Riester-Rente und der bAV zwei weitere Vorteile: Zum Ersten ist ein wesentlich höheres gefördertes Volumen möglich – dies ist für Gutverdiener, die auch einen höheren Steuersatz haben, wichtig.
Zum Zweiten kann bei der Basisrente auf die Bruttobeitragsgarantie verzichtet werden. Dies erhöht die Chancen auf eine höhere Rendite noch einmal deutlich. Das Verlustrisiko sinkt dabei mit längerem Anlagehorizont erheblich, wie folgendes Schaubild verdeutlicht. Damit kann bei mittleren und langen Laufzeiten auf eine Beitragsgarantie zu Gunsten höherer Renditechancen durchaus auch vollständig verzichtet werden. Die Abbildung zeigt, dass beim EURO STOXX 50 in bisher keinem 15 Jahreszeitraum eine negative Rendite erzielt worden wäre. In allen 20 Jahreszeiträumen wäre sogar mindestens eine Rendite von 6 % p.a. erzielt worden.

EURO STOXX 50 (Performanceindex): Stand 1986 bis 2018, eigene Berechnungen. Aus der Wertentwicklung in der Vergangenheit kann nicht auf zukünftige Erträge geschlossen werden. Darstellung dient nur zu illustrativen Zwecken.

Um die Vorteile zu verdeutlichen folgend ein Beispiel für eine fondsgebundene Basisrente:

Spart etwa ein 35-jähriger Mann mit einem Einkommen von 40.000 Euro regelmäßig 100 Euro monatlich bis zum Rentenbeginn in einer fondsgebundenen Basisrente an, so kann er mit einer Rendite von ca. 4,0 % nach Förderung, Kosten und Besteuerung rechnen. Ein alternatives Investmentprodukt müsste 5,6 % p.a. vor Abgeltungsteuer erzielen, um die gleiche Rendite nach Abzug der Abgeltungsteuer zu erwirtschaften.

Quelle: IVFP

Generation 50plus
Insbesondere für die Generation 50plus bringen die steuerliche Förderung in der Ansparphase und spätere Besteuerung der Rente einen besonderen Vorteil mit sich. Die steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge liegt für diese Altersgruppe in den kommenden Jahren über dem späteren Besteuerungsanteil der Rente. Um dies zu verdeutlichen nachfolgend zwei Beispiele:

Für einen aktuell 58-Jährigen, mit 5 Beitragsjahren und Rentenbeginn mit 63, stellt sich die Abzugsfähigkeit der Beiträge zur Basisrente wie folgt dar:

  • Jahr 2019: 88 % abzugsfähig
  • Jahr 2020: 90 % abzugsfähig
  • Jahr 2021: 92 % abzugsfähig
  • Jahr 2022: 94 % abzugsfähig
  • Jahr 2023: 96 % abzugsfähig

Im Durchschnitt liegt damit der abzugsfähige Prozentsatz bei 92 %. Beginnt im Jahr 2024 die Rentenauszahlung, so liegt der steuerpflichtige Anteil der Rente hingegen nur bei 84 %. Damit ergibt sich ein „Steuerplus“ von +8 %.

Bei einem Beitrag von 15.000 € jährlich ergibt sich damit beispielweise eine Nachsteuerrendite von 4,09 % p.a. über die gesamte Anspar- und Leistungsphase, bei einer klassischen Versicherung.

Quelle: IVFP

Am Markt gibt es derzeit keine Anlagen, die eine vergleichbare Rendite erwirtschaftet, ohne in Produkte mit einem höheren Risikoanteil, wie z.B. Aktien(-fonds), zu investieren.

Um den Effekt anhand einer etwas längeren Sparphase zu verdeutlichen folgend weiteres Beispiel: Für einen aktuell 50-Jährigen, mit 15 Beitragsjahren und mit Rentenbeginn 65, ergibt sich folgendes Ergebnis:

  • durchschnittliche Abzugsfähigkeit der Beiträge: 97,2 %
  • steuerpflichtiger Anteil der Rente (Jahr 2033): 94 %
  • unterm Strich ein „Steuerplus“ von +3 %
  • Nachsteuerrendite von 3,37 % p.a.

Quelle: IVFP

Ein weiterer wichtiger Punkt, warum die Basisrente für die Generation 50plus so interessant ist, ist, dass dieses Klientel i. d. R. über höhere Einkommen und Vermögenswerte verfügt als die jüngeren Altersgruppen und entsprechend hohe Beiträge aufbringen kann. Darüber hinaus steht für diese Generation das Thema Altersversorgung viel mehr im Fokus als dies häufig bei jüngeren Menschen der Fall ist. Schließlich ist der Ruhestand für diese Personen nicht mehr in allzu weiter Ferne und sie suchen oft nach einem sinnvollen Weg ihren Lebensstandard zu sichern. Die Basisrente ist hierfür aus den genannten Gründen eine sehr empfehlenswerte Anlage.

Altersvorsorge für die Frau – Interner Familienausgleich und längeres Leben
Die Basisrente kann von jedem ohne bestimmte Voraussetzungen abgeschlossen werden – auch vom Ehemann für seine Frau, was sie besonders attraktiv macht. Denn oftmals haben gut verdienende Ehemänner bereits hohe Ansprüche aus anderen Versorgungswegen, zum Beispiel der bAV, einem Versorgungswerk oder der gesetzlichen Rentenversicherung. Frauen hingegen weisen häufig unterbrochene Erwerbsbiografien (z.B. Kindererziehungszeiten) und dadurch deutlich geringere Rentenansprüche auf. Daher sollte in Betracht gezogen werden, die Basisrente als internen Familienausgleich für die Ehefrau abzuschließen. Frauen weisen statistisch eine höhere Lebenserwartung auf, was zusätzlich für einen Abschluss der Versicherung für die Frau spricht.

Dazu folgendes Rechenbeispiel: Investiert ein Ehepaar zehn Jahre lang jeweils 12.000 Euro jährlich in eine auf die Frau abgeschlossene klassische Basisrente, so kann es mit einer Rendite von knapp 3,96 % p.a. nach Förderung, Kosten und Besteuerung rechnen. Um die gleiche Rendite zumBeispiel mit einer Anleihe zu erzielen, müsste diese vor Abgeltungsteuer eine Rendite von etwa 5,5 % p. a. erzielen.

Für eine aktuell 53-Jährige, mit 10 Beitragsjahren und mit Rentenbeginn 63, ergibt sich folgendes Ergebnis:

  • durchschnittliche Abzugsfähigkeit der Beiträge: 95 %
  • steuerpflichtiger Anteil der Rente (Jahr 2033): 89 %
  • unterm Strich ein „Steuerplus“ von +6 %
  • Nachsteuerrendite von 3,96 % p.a.

Quelle: IVFP

Fazit
Die Basisrente egal, ob klassisch bei kurzen Laufzeiten oder fondsgebunden bei längeren Laufzeiten erreicht durch die inzwischen üppige steuerliche Absetzbarkeit von 88 % eine hervorragende Rendite – insbesondere im aktuellen Niedrigzinsumfeld. Dies bedeutet für den Sparer, dass er weniger anlegen muss, um seine Versorgungslücke zu decken. Sie ist besonders für die Generation 50plus aufgrund des hohen geförderten Beitragsvolumens und dem Steuerplus (Kohortensystematik) empfehlenswert. Im Gegensatz zur Riester-Rente oder der betrieblichen Altersversorgung besitzt die Basisrente auch keine umständlichen und aufwendigen Förderbedingungen wie zum Beispiel die Bruttobeitragsgarantie oder eine Zulagenregelung. Sie kann von jedem ohne bestimmte Voraussetzungen abgeschlossen werden – auch vom Ehemann für seine Frau –, denn Altersvorsorge ist weiblich!

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2019-03-11T15:02:36+00:00 11. März 2019|Basisrente, Blog, Research, Tax & Consulting|3 Comments

3 Kommentare

  1. […] Weitere Rechenbeispiele und Besonderheiten zur Basisrente erklärt das IVFP unter  https://www.ivfp.de/basisrente-2019 […]

  2. Eine lebeslange Rente im Todesfall gibt es definitiv in der Basisrente nicht! Entweder Kapitalverzehr oder eine garantierte Rente die aber wohl in den meisten Fällen nicht lebenslang auszahlt. Kann aber als Zusatz-auf Kosten der Rendite -mit Gesundheitsfragen- abgeschlossen werden.

    • Manuel Lang 19. März 2019 um 15:02 Uhr - Antworten

      Sehr geehrter Herr Strassnig,

      vielen Dank für ihren Kommentar zu unserer Veröffentlichung. Die Annahme, dass eine lebenslange Leibrente für den überlebenden Ehe- bzw. Lebenspartner ausschließlich durch Einschluss einer Zusatzversicherung möglich ist, ist ein weit verbreiteter Irrtum.

      Auszug des Rundschreibens des Bundesfinanzministeriums vom August 2013 bezüglich „Einkommensteuerrechtliche Behandlung von Vorsorgeaufwendungen und Altersbezügen“ – Randzeichen 20 : „Sieht der Basisrentenvertrag vor, dass der Steuerpflichtige eine Altersrente und nach seinem Tode der überlebende Ehe- oder Lebenspartner seinerseits eine lebenslange gleichbleibende oder steigende Leibrente i. S. d. § 10 Absatz 1 Nummer 2 Satz 1 Buchstabe b EStG (insbe-sondere nicht vor Vollendung seines 62. bzw. 60. Lebensjahres für Verträge, die vor dem 1. Januar 2012 abgeschlossen wurden) erhält, handelt es sich nicht um eine ergänzende Hinterbliebenenabsicherung, sondern insgesamt um eine Altersvorsorge. Der Beitrag ist in diesen Fällen in vollem Umfang der Altersvorsorge zuzurechnen….“

      Das Schreiben stellt klar, dass auch ohne Einschluss einer Zusatzversicherung der überlebende Ehe- oder Lebenspartner eine lebenslange Leibrente erhält, sofern die Voraussetzungen des § 10 Absatz 1 Nummer 2 Satz 1 Buchstabe b EStG erfüllt sind.

      Es gibt Anbieter, die in ihren Tarifen die (Rest-)Kapitalverrentung in Form einer Leibrente (lebenslange Rente) für hinterbliebene Ehe- und Lebenspartnter anbieten u.a. die Swiss Life und die Allianz

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr Team des IVFP

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